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Rettenmeier wird Sägewerk in Ramstein in Teilen umbauen und erweitern [EUWID HZ13/2010]
Wirtschaftlicher Betrieb mit bisheriger Anlagentechnik nicht möglich
 
Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Rettenmeier Holding AG, Wilburgstetten, sowie die Geschäftsführung der Rettenmeier Holzindustrie Ramstein GmbH & Co. KG, Ramstein, haben am 25. März 2010 ihre Entscheidung bekannt gegeben, das in dem neu errichteten Sägewerk in Ramstein geplante Konzept eines Online-Einschnitts ohne traditionelle Vorsortierung über einen Rundholzplatz aufzugeben.
Mit einem Investitionsvolumen im laufenden Jahr in Höhe von rund 10 Mio € wird nun das Werk, das erst im vergangenen Jahr schrittweise in Betrieb genommen wurde und von Beginn an mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, in wesentlichen Teilen umgebaut und erweitert.
Ein Großteil der vorgesehenen Maßnahmen soll dabei noch vor dem Jahresende abgeschlossen werden.
An die österreichische Springer Maschinenfabrik AG, Friesach, wurde bereits der Auftrag zum Bau eines Rundholzsortierstrangs mit insgesamt 64 Rundholzboxen vergeben. Bereits vor einigen Wochen wurde hierzu in Ramstein mit den notwendigen Bauarbeiten begonnen. Die Inbetriebnahme des Rundholzplatzes ist für kommenden Mai geplant. Die bisherige Rundholzaufgabe mit einer Leistung von maximal 70 lfm/min muss ebenfalls modifiziert werden, um an die höhere Geschwindigkeit der künftigen Einschnittlinie angepasst zu werden.
Die Abkehr vom Online-Einschnitt wird auch zu Veränderungen bei der technischen Ausstattung der Sägewerkslinie sowie von Teilen der nachgelagerten Schnittholzsortierung führen.
 
So wird die Linck Holzverarbeitungstechnik GmbH, Oberkirch, die wesentlichen Module der bestehenden Starkholzlinie austauschen.
 
In der bestehenden Linie wurden unter anderem Anlagen und Komponenten des US-amerikanischen Maschinenbauunternehmens U.S. Natural Resources (USNR), Woodland/Washington, der Michael Schmidt Anlagen und Maschinenbau, Viechtach, und der Prechtl GmbH Anlagen- und Maschinenbau, Burghausen, verwendet.
 
Zum Lieferumfang von Linck gehört eine Profilierlinie mit Seitenwarenoptimierung und bogenfolgendem Nachschnitt. Im Wesentlichen besteht diese Linie aus VM50 Spanern, VPF- und VPK-Profilieraggregaten, einer Seitenwarensäge aus der CSMK-Baureihe und einer MKV-Mehrblattkreissäge sowie einer HKM-Horizontalkreissäge. Der Bereich der Vorschubgeschwindigkeit liegt zwischen 50 und 160 lfm/min, wobei künftig Rundhölzer mit einem Zopfdurchmesser von 10-55 cm und einem Längenspektrum von 2,5-5,5 m verarbeitet werden können. Mit der Anlagenmontage wird ab dem 16. August begonnen, die Inbetriebnahme der Linie soll dann Anfang November erfolgen.
 
Eine zweite Umbauphase soll dann bis April 2011 fertig gestellt werden. An der bestehenden Schwachholzlinie des Werkes werden dagegen keine Veränderungen vorgenommen. In wie weit die Schwachholzlinie auch nach dem Umbau der Starkholzlinie in Betrieb bleibt, wird noch geprüft. Der Einbau der neuen Linie macht auch Veränderungen bei der nachgeschalteten Schnittholzsortierung notwendig. So sind laut Springer einzelne Bauteile auf die höhere Vorschubgeschwindigkeit der künftigen Spanerlinie hin auszurichten. So sind etwa auch Modifikationen im Bereich der Abstapelung in Vorbereitung.Nach Umsetzung der zusätzlichen Investitionen besteht mittelfristig die Möglichkeit, den Einschnitt am Standort von den bislang geplanten 500.000 fm auf jährlich rund 800.000 fm zu erhöhen. Das Einschnittziel für 2011 beträgt nach Unternehmensangaben rund 600.000 fm; im Jahr 2012 soll dann die volle Kapazität erreicht werden. Der vorgesehene Holzartenmix bleibt mit 40 % Kiefer, 30 % Douglasie, 20 % Fichte und 10 % Lärche im Vergleich zur bisherigen Planung unverändert und orientiert sich damit nach wie vor an den im erweiterten Umkreis verfügbaren Rundholzvorräten.Nach Angaben von Dr. Josef Rettenmeier, Vorstandvorsitzender der Holding AG, konnten in Ramstein seit der Inbetriebnahme nur maximal etwa 50 % der ursprünglich geplanten Einschnittleistung erreicht werden. Ursächlich dafür waren laut Rettenmeier in erster Linie Schnittstellenprobleme durch eine zu hohe Anzahl von beim Aufbau der Produktionslinie beteiligten Firmen. Hinzu kamen allerdings auch noch grundsätzliche Fehler bei der Werksplanung, was unter anderem auch dazu geführt hat, dass der für den Sägewerksbau verantwortliche Technische Leiter mittlerweile nicht mehr für das Unternehmen tätig ist (s. EUWID Nr. 41/2009). Mit den jetzt eingeleiteten Schritten sollen in dem Werk möglichst rasch die vorgesehenen Leistungsparameter erreicht sowie weitere Anlaufverluste vermieden werden.Ungeachtet der Probleme in Ramstein sowie der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten die innerhalb der Rettenmeier Holding konsolidierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 ein zufriedenstellendes operatives Ergebnis in Höhe von 7,9 (2008: 13,3) Mio € erwirtschaften. Der konsolidierte Umsatz betrug 301 (311,4) Mio €.


Quelle: EUWID HZ13/2010 vom 01.04.2010